Das Gedächtnis der Gefühle

Freude, Angst oder Scham: Die Emotionen von einst können unser Verhalten ein Leben lang prägen. Über die große Macht kleiner Augenblicke

Die Angst vor der Mathearbeit, der erste Kuss, ein schlimmer Streit: Es gibt Momente, die man nie vergisst. Wenn unsere Welt in Aufruhr gerät, brennen sich Erlebnisse ins Gedächtnis ein, das ist bekannt. Die Macht der Emotionen und Gefühle reicht aber noch viel weiter. Sie hält auch Erfahrungen fest, an die wir uns später gar nicht mehr bewusst erinnern können.

Kleine Augenblicke können nicht nur unser Leben, sondern auch das Leben unserer Kinder, der nächsten Generation tief beeinflussen.

Die Neurologin Rachel Yehuda stellte bei Babys, deren Mütter kurz vor der Schwangerschaft das Attentat auf das World Trade Center 2001 erlebt hatten anomale Stressreaktionen fest. Aufgrund der Erlebnisse von 9/11 hat sich offenbar die Regulation mehrerer Gene verändert. Die manipulierten Erbanlagen wurden dann an die Nachkommen weitergegeben.“Es ist offensichtlich dass Erinnerungen Spuren in unserem Erbgut hinterlassen“ (Yehuda)

Zum ersten Mal sehen wir damit dass Gefühle mehr sind als temporär vergängliche Emotionen.

Wir besitzen also nicht nur ein Gedächtnis für Fakten und Fertigkeiten. Auch unsere Emotionen werden im Gehirn verankert. Von dort aus nehmen sie Einfluss auf unser Leben, entziehen sich aber oft der Kontrolle. Das gilt für Prägungen aus frühester Kindheit, aber auch für spätere Erfahrungen. Lange Zeit wollten die Menschen das nicht wahrhaben, seit Aristoteles beschworen Generationen von Philosophen die reine Vernunft, die unsere Existenz bestimmen sollen. Tatsächlich fällen wir viele Entscheidungen aber nicht rational, sonder aus dem Bauch heraus – auf der Basis abgespeicherter Emotionen. Und das aus gutem Grund. Das emotionale Gedächtnis erfüllt evolutionsgeschichtlich einen wichtigen Zweck: In gefährlichen Situationen würde es oft zu lange dauern.

Schauen wir uns Reaktionsweisen im Gehirn an.

Durchsichtiger menschlicher Kopf mit Blick auf das Gehirn mit den farbig markierten unterschiedlichen Bereichen für Wahrnehmung, Denken, Erinnerung, etc. auf rotem Hintergrund

Durchsichtiger menschlicher Kopf mit Blick auf das Gehirn mit den farbig markierten unterschiedlichen Bereichen für Wahrnehmung, Denken, Erinnerung, etc. auf rotem Hintergrund

Unter normalen Umständen fließt die Information vom Auge zum visuellen Kortex, danach folgt eine Weiterleitung zum präfrontalen Kortex, der die Information bewertet und über die Reaktion entscheidet. Anschließend wird die Entscheidung an den motorischen Kortex geschickt, der unsere Muskeln aktiv werden lässt.Unter Stress wird dieser Ablauf unterbrochen. Der präfrontale Kortex wird übergangen und die Informationen gelangen direkt vom Sinnessystem zum motorischen Kortex. Dafür gibt es eine logische Erklärung – wenn wir die Straße überqueren und ein Auto kommt auf uns zu, muss eine direkte Reaktion erfolgen um das Leben zu schützen. Ein Umweg im Gehirn würde zu lange dauern. Die Stilllegung des präfrontalen Kortex dient also dem Überleben, wir handel auf einer Grundlage, die man als fight or flight – Reaktion bezeichnet.

Zwar sind die Emotionen selbst ein archaisches Erbe und somit universell; auch Tiere können Angst oder Enttäuschung, Zuneigung oder Neugierde fühlen. Doch wann sie auftreten und wie sich die Gefühlen äußern, ist individuell unterschiedlich. Sie brauchen einen Auslöser, der auf unserem ganz persönlichen Schatz an emotionalen Erinnerungen basiert. Sie sind verknüpft mit Ereignissen und Erfahrungen. Das lässt uns auf bestimmte Situationen emotional reagieren, ohne dass uns der Grund dafür bewusst ist. Schon Freud beschreibt die Macht des Unbewussten. Und Neurowissenschaftler bestätigen dies heute. Sie unterscheiden zwischen dem deklarativen und dem nicht deklarativen, impliziten Gedächtnis. Ersteres macht es möglich, sich Fakten oder Ereignisse explizit wieder ins Bewusstsein zu rufen. Letzteres speichert Erfahrungen ab, die uns gar nicht mehr präsent sind – und drücken sich vor allem in unserem Verhalten aus. Es flutet uns mit Gefühlen. Auslöser sind oft Sinneseindrücke: Eine Melodie stimmt uns melancholisch, der Geruch von Chlor macht uns euphorisch oder nervös.

Wir arbeiten heute im Training mit diesen Parametern weil nicht nur Gefühle, sondern auch die Reaktionen darauf gespeichert sind. So hinterlegen wir in den Seminaren Gefühlsanker in den Gehirnen der Teilnehmer, die in sehr stressigen Situationen abrufbar sind. In diesen Momenten ist das Gehirn dann in der Lage sogenannte Glückshormone erneut zu stimulieren und so deutlich lösungsorientierter zu handeln.
Elitesoldaten nutzen die sogenannte Mind´s-Eye-Technik, die die Stressresistenz weiter erhöht. Hierbei rufen die Kadetten in Stresssituationen Bilder ab, die Sie zuvor positiv im Gehirn abgespeichert haben. Die positiven Bilder, die Erfolgserlebnisse verdrängen Panik.

Wir wollen aber nicht nur über Stress reden, wir wollen über Glück reden und genau das kann unser Gehirn!

Es sind die kleinen Dinge die man ändern und damit das Lebensgefühl positiv beeinflussen kann.

Wichtig ist es, dass dabei die Grundlage stimmt. Wir arbeiten ganz eng mit Medizinern zusammen, die präventiv denken, die im Idealfall dort ansetzen wo noch keine Probleme entstanden sind. Gibt es dann doch welche sind verschiedene Ebenen notwendig um zurück ins Gleichgewicht zu kommen

– Kenntins der eigenen genetischen Chancen und Risiken
– Kenntnis der medizinischen Parameter
– Die Bereitschaft eigenes Verhalten zu reflektieren und zu variieren

Lasst uns zusammen diesen Weg gehen,

das Leben wartet

Abendsonne mit Bulli

Michael

Du bist der Anfang

Hallo,

immer wenn ich in Diskussion mit Seminarteilnehmern über Wertschätzung bin, höre ich regelmäßig, dass viele sich beklagen von den Führungskräften nicht genug gewertschätzt, gelobt zu werden.

Es sollte doch der Normalfall sein,dass Menschen sich gegenseitig achten und sich mit Respekt begegnen.

In der Wissensschaft nennt man diesen Vorgang reziproker Altruismus.

Altruismus wird in der Regel als Verhaltensweise eines Individuums zugunsten eines anderen Individuums definiert, wobei die Verhaltensweise dem altruistischen Individuum unmittelbar mehr Kosten als Nutzen einbringt.

Wir geben also nicht selbstlos, sondern wenn wir etwas geben, wollen wir auch etwas erhalten. Sehen wir dies in diesem Licht dann ist doch Wertschätzung in Richtung der Arbeitnehmer logisch, denn ich erhalte dafür Motivation, Loyalität und Engagement.

Nehmen heißt auch geben!

Wenn ich umgekehrt die Führungskräfte frage, was Sie wirklich vermissen, antworten viele – die Anerkennung meiner Arbeit. Stimmt das?
Ich glaube schon, denn wenn es gut läuft macht der Boss seinen Job und wenn es schlecht läuft ist er für den Job nicht geeignet.

Schauen wir uns das auf einer anderen Ebene an. Die Evolution kennt kein Organigramm, unsere Entwicklungsgeschichte kennt nur Menschen mit dem unbedingten Reflex zu überleben. Um dies zu schaffen muss ich Verbindungen zu anderen Menschen eingehen. Diese Verbindungen garantieren mir den Rückhalt der Gruppe und die Sicherheit auch an schwachen Tagen geschützt zu sein.

Wenn ich also gelobt werden will, sprich wenn ich Anerkennung haben möchte, muss ich bereit sein, auch Anerkennung zu geben.

Achtsamkeit ist keine Einbahnstraße!!

Teamwork bunte Würfel

Für die Atmosphäre der oft jahrzehntelang bestehenden Bürosippe sind wir alle verantwortlich.

Was sind aber eigentlich die Voraussetzungen, die Basiselemente einer funktionierenden Gemeinschaft?

Ich arbeite dabei gerne in einem 2-Stufenmodell.

Die Voraussetzung langfristig mit anderen Menschen möglichst stressfrei zusammenzuarbeiten ist, das haben wir gesehen, gegenseitige Wertschätzung. Diese kann allerdings nur gelingen, wenn ich im ersten Schritt mich selbst wertschätze, mich selbst in den Mittelpunkt stelle.

Ist das nicht egoistisch?

Wir haben den Begriff des evolutionären Egoismus geprägt.
Weniger kompliziert!!!
Wenn es mit Dir selbst klappt, klappt es auch mit dem Nachbarn!

Was bedeutet das?

Nein wir sollen keine Egomanen sein, dominante nur auf sich selbst fixierte Despoten. Aber wir sollen auf uns aufpassen

Take control of your mind, your body and your soul.
Kontrolliere deine Gedanken, achte auf deinen Körper und pflege deine Seele.

Durch tägliche Selbstbeeinflussung können wir unser Leben in die gewünschte Richtung lenken und positive Entwicklungen in verschiedenen Bereichen erzielen. Die Art und Weise, wie wir uns selbst begegnen, sollte uns Stress nehmen und nicht den bestehenden Druck noch vergrößern.

Nahezu 100 % des Tages kommunizieren wir – die meiste Zeit jedoch mit uns selbst. Alles will besprochen sein: Was liegt jetzt an? Fahre ich rechts oder links? Esse ich dieses oder jenes?
Schon Kinder sprechen den ganzen Tag zu sich selbst, sortieren Gedanken und reflektieren die Umwelt. Nach und nach hören sie auf, ihre Gedanken laut zu artikulieren, ohne jedoch das eigentliche Gespräch mit sich selbst aufzugeben.

Die positive Selbstansprache ist enorm wichtig, da wir uns dadurch selbst stärken. Von anderen Menschen verlangen wir Lob und wir freuen uns über ihre Anerkennung, doch wir müssen zunächst bei uns selbst beginnen.

Natürlich sollten wir Situationen immer möglichst realistisch einschätzen. Es wäre also anzuraten, „think positive“ durch „think realistic“ zu ersetzen. Aber die Realität birgt immer Chancen und Risiken – und wir entscheiden, welche Seite wir stärker betonen.

Wie so oft beginnt der Kreislauf bei uns, wir können die Welt aktiv beeinflussen. Wenn wir es aber nicht schaffen an uns zu arbeiten uns zu lieben, dann wird es schwer werden dies von anderen einzufordern und auch das Geben wir zunehmend schwer werden.

Nur wer somit diesen ersten Schritt konsequent geht, kann im zweiten Schritt auf andere andere Menschen langfristig positiv wirken.

Gorilla showing family love to a bird, on white background

Und wieder sind wir ein Stück weg von der Logik, wir glauben rational zu handeln, sind aber nach wie vor Affen im Anzug!

Be yourself – sei eins mit Dir!

Viele Menschen möchten beispielsweise gerne mit dem Rauchen aufhören, leider schaffen das längst nicht alle. Aber die, die es wollen und nicht schaffen, „vergiften“ ihr Gehirn – und zwar nicht mit Nikotin, sondern weil sie sich in einen inneren Konflikt bringen, der ihre Persönlichkeit auf subtile Weise spaltet. Sie haben sich fest entschlossen, dieses Laster aus ihrem Leben zu verbannen. Aber ein anderer Teil in ihnen ist dagegen und will sie überzeugen, weiter zu rauchen.

Lassen Sie uns kurz zuhören, wie ein solcher innerer Dialog verlaufen könnte:
„Ich werde aufhören zu rauchen – Mensch, das schaff ich ja doch nicht! Ich will auf keinen Fall mehr eine Zigarette anrühren – aber nach dem Essen mit Freunden? Ich habe auch Angst zu erkranken – aber wieso denn? Unser Nachbar ist doch auch schon 80 und raucht noch.“

Ein Statement, das bezüglich des Rauchens immer wieder zu hören ist, möchte ich noch genauer betrachten: „Rauchen hilft mir, wenn ich Stress habe.“

Hilft Rauchen wirklich bei Stress?

Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Wenn dem so wäre, würde Rauchen auch Nichtrauchern gegen Stress helfen. Tatsache ist aber, dass Rauchen nur Raucher entspannt. Und das ist auch ganz logisch: Es ist für Abhängige immer wohltuend, wenn sie nach einer längeren Entzugsphase ihren Suchtstoff zu sich nehmen, denn sonst fehlt ihnen ja auch etwas. Dies verhält sich natürlich bei Alkohol und anderen Suchtmitteln entsprechend.

Die Entspannungswirkung von Drogen erscheint Abhängigen umso stärker, wenn äußere Stressfaktoren hinzukommen, denn dann empfinden sie den Entzugsstress und den äußeren Stress kumuliert, also in der Summe deutlich stärker als Nichtraucher. Der Konsum der Droge reduziert die Gesamtmenge an Stress jedoch nur scheinbar, da lediglich der Suchtdruck reduziert wird. Der übrige Stress bleibt außen vor und wird dadurch nicht gemindert. Mittel- und langfristig gesehen, wird der Stress durch das Rauchen sogar noch erhöht, da in Phasen ohne Zigaretten der Suchtdruck steigt und die Rezeptoren mit erhöhtem Stress Alarm schlagen.
Stressreduktion bedeutet also: Weg vom Nikotin, weg vom Alkohol, raus aus der Sucht!

Temptation

Konsequente Entscheidungen treffen

Wenn Sie sich in einer Konfliktkommunikation mit sich selbst befinden, ist es wichtig, hier wieder eine Einheit herzustellen. Dies gilt natürlich für alle Entscheidungen, nicht nur für den Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören. Ständige Gespaltenheit führt nach Aussage von Spezialisten dazu, dass diese mittelfristig nicht nur auf ein spezielles Thema begrenzt bleibt, sondern auch auf das komplette Entscheidungsverhalten Auswirkungen hat.
Es gibt sogar seriöse Forschungen, die ergaben, dass diese selbst erzeugte Form der inneren Gespaltenheit die Immunabwehr entscheidend schwächt und die Chance einer Erkrankung erhöht.

Wenn Sie also vor einer Entscheidung stehen, geben Sie sich Zeit, wägen Sie das Pro und Contra ab, aber entscheiden Sie dann konsequent und sorgen Sie damit für Psychohygiene.

Diskutieren Sie mit uns, ich freue mich auf ihre Kommentare

Michael

Aktivität als Weg zum Glück

Glauben Sie an sich und geben Sie ihr Leben nicht aus der Hand

Seniorin im sommerlichen Garten

Wir können die Meinung anderer Menschen über uns nicht wirklich nachhaltig beeinflussen, der einzige Mensch der uns wirklich ein Leben lang beeinflussen kann sind wir selbst.

Was würden Sie sagen wenn ihr Chef, ihr Kollege, ihr Partner ständig sagt
„Das schaffst Du nie“. Sie wären wütend, wünschten sich mehr Rückhalt und Sie haben Recht damit.
Nur bevor Sie Rückhalt von anderen Menschen einfordern stärken Sie sich selbst. Sie sind stark, Sie sind einzigartig, Sie sind das Leben. In einer Welt in der manches schwieriger geworden ist, müssen wir an uns glauben, wir zu uns stehen, wir uns lieben.

Tun wir das nicht, werden wir anfälliger für Schmerzen, spüren wir Schmerzen physisch wie psychisch stärker.

Lassen Sie uns die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren um am Ende im Sinne des evolutionären Egoismus zu handeln. Dieser besagt, dass nur der wirklich Liebe geben kann, der sich selbst liebt, das nur der wirklich entspannt ist, andere entspannen kann.

Reden Sie positiv mit sich selbst und helfen Sie sich Ziele zu erreichen.

Kinderzeichnung - Los geht´s

Wenn wir beispielsweise abnehmen wollen, ein Schritt der vielen schwerfällt, dann ist es wichtig die positiven Aspekte nach vorne zu schieben.
Mensch wär das schön wieder leichter zu sein, mich attraktiver zu fühlen, ohne Hemmungen ins Schwimmbad zu gehen.
Dies muss der erste Ansatz sein. Gehen wir auf diese Weise vor, erleichtern wir uns den wirklichen, manchmal auch schweren, Veränderungsschritt.
Es fällt uns leichter Energie in unser Projekt „Gewichtsabnahme“ zu stecken, da die Freude größer ist als die Angst.

Ja wir sind uns selbst der Nächste, denn nur wenn wir funktionieren, können wir mit anderen Menschen agieren.

Stressreduktion verlangt Mitbestimmung

Dieser Punkt macht Stressverarbeitung zu einer äußerst schwierigen Angelegenheit.

Um dies zu erläutern schauen wir auf ein Experiment mit Ratten. Eine Ratte erhielt immer kurz nach dem Aufleuchten einer Lampe im Käfig einen schmerzhaften Stromschlag. Diesen konnte sie verhindern wenn sie es schaffte schnell genug zu einer Taste zu gelangen und durch Berühren der Taste den Stromschlag zu verhindern.
In einem zweiten Käfig war ebenfalls eine Ratte, die mitleiden musste, sprich auch diese bekam einen Stromschlag wenn die Ratte aus Käfig 1 zu langsam war.
Das erstaunliche an dem Versuch war, dass die Ratte die untätig ihrem Schicksal ausgesetzt war, deutlich höhere Stresswerte aufwies als die Rate die aktiv eingreifen konnte.
So scheint es auch beim Menschen zu sein. Situationen bestreiten zu müssen, die es uns nicht erlauben aktiv ins Geschehen einzugreifen machen uns Probleme und genau diese Thematik wird sich verstärken. Der Weg zurück ist Wertschätzung, Einbindung des Menschen in Entscheidungsprozesse sowohl professionell als auch emotional.

Oft machen wir aber genau das Gegenteil, nehmen Menschen alles ab mit dem Erfolg, dass Selbstvertrauen verloren geht, Unsicherheit entsteht und negativer Stress die Folge ist.

Schauen Sie in den Spiegel, Sie sind einzigartig, ein Sieger der Evolution, denken Sie daran, ganz gleich was andere tun, Sie sind der Weg zu ihrem Glück.

sperm and egg cell

Dieses Glück ist leider kein Selbstläufer, wir müssen aktiv arbeiten, denn Glück hat ja bekanntlich nur der Tüchtige.

Wir sind bewegende Wesen

Fitness und Sport

Sie kommen nach einem harten Tag im Büro nach Hause. Sie sind kaputt, hundemüde und alles in Ihnen schreit – ausruhen. Ihr Körper reagiert logisch, denn er kennt nicht den gereizten Chef, die nervigen Mitarbeiter, den Stau auf der Autobahn.
Evolution hat uns gelernt, dass Müdigkeit meist mit einer erhöhten körperlichen Anstrengung einhergeht und so wird das Signal Couch nicht nur gesendet sondern geschrien und schon tappen wir ein weiteres Mal in die Stressfalle.

Warum?

Unser Gehirn kennt kein Büro unser Gehirn kennt aber Müdigkeit und die wurde immer durch körperliche Aktivität hervorgerufen. Also ist das Signal „Ruhe“ zunächst ganz normal läuft aber konträr zu der gerade in dieser Situation notwendigen Stressreduktion.
Die Lebensweise vor langer Zeit hatte Bewegung automatisch ins Leben integriert, heute umgehen wir oft diesen zentralen Teil, weil wir glauben es tut uns gut.

Genau das Gegenteil ist der Fall.

Massen von Stresshormonen zirkulieren durch den Kreislauf und müssen abgebaut werden.

Haben wir demnach zu viele Stresshormone im Körper, schlägt dieser Alarm. Spezielle Rezeptoren helfen uns auf diesen Überfluss an Hormonen zu reagieren.
Die Anzahl dieser Rezeptoren wird durch Bewegung vergrößert.
So kann zum Beispiel ein Profisportler innerhalb von 6-8 Stunden regenerieren, bei Untrainierten bleiben dagegen die Stresshormone bis zu 48 Stunden im Körper.
Fatalerweise kommen in diesen 48 Stunden weitere Stresshormone dazu.
Diese lassen uns noch mehr ermatten, wir bewegen uns noch weniger und die Gefahr einer ständigen Überlastung mit Stresshormonen steigt erheblich an.

Leben wir überhaupt noch artgerecht?

„Körperlich und geistig sind wir bei der Geburt im Grunde mit den Menschen identisch, die vor 10.000 oder auch 100.000 Jahren gelebt haben“, sagt Wissenschaftsautor Thilo Spahl. Gemeinsam mit Detlev Ganten und Thomas Deichmann hat Spahl ein Buch geschrieben, das 2010 zum Wissenschaftsbuch des Jahres gekürt wurde.
„Wir haben die Körper von Jägern und Sammlern“, sagt Spahl. „Wir sind von Natur aus Läufer.“
Dies zählt für die Gesamtbevölkerung, nicht nur für Läufer, nicht nur für Urvölker, nein für alle. Diesem Anspruch, dieser Bestimmung werden wir nicht mehr gerecht.
„Bis zur Erfindung des Bürojobs“, so Spahl, „waren praktisch alle Menschen und alle unsere tierischen Vorfahren über hunderte von Millionen von Jahren täglich viele Stunden körperlich aktiv.“ Heute ist das meistens anders, und das Ergebnis ist eindeutig: „Heute ist unser Körper chronisch unterfordert“, sagt der Experte.
Die wird nicht mehr gefordert und bildet sich zurück. Sie wird schlaff und verkürzt sich. Daraus entstehen Fehlhaltungen und Schmerzen.
Es leidet die Wirbelsäule, die den aufrechten Gang erleichtert, allerdings das lange Sitzen nie gelernt hat und dafür auch nicht geschaffen ist.

Wir zwingen unsere Füße in Schuhe, die zudem mehr modischen als anatomischen Ansprüchen genügen.
Unser kompletter Stoffwechsel ist auf Bewegung angewiesen: Beanspruchen wir unsere Muskeln nicht, nehmen diese keinen Zucker aus dem Blut auf.
Der Glukosespiegel in den Gefäßen steigt folglich an, und um ihn zu senken, produziert die Bauchspeicheldrüse großzügig Insulin. So großzügig, dass die Körperzellen gegen Insulin resistent werden. Damit gerät der Zuckerstoffwechsel ins Wanken. Die so entstehende Krankheit heißt Diabetes und breitet sich so rasant aus, dass Fachleute von einer Epidemie sprechen.
War die Welt also in der Steinzeit noch in Ordnung? Standen Lebensstil und biologisches Erbe bei den Jägern und Sammlern noch miteinander im Einklang?

Wird sich die menschliche Anatomie, insbesondere die Wirbelsäule sich denn nach und nach den neuen Anforderungen anpassen?

Wird sie irgendwann auf stundenlanges Sitzen ausgerichtet sein und dies problemlos?

Nein, es sei denn der Fortbestand einer ganzen Art ist bedroht, nur so gravierend dass die reproduktion von Kindern gefährdet ist, sind Rückenschmerzen nicht.

Versuchen Sie folgendes und Sie werden überrascht sein.

Bewegung hilft uns Stresshormone aus dem Körper zu transportieren. Es geht dabei wie erwähnt nicht um zielgerichtete Bewegung, sondern um ein langsames Bewegen. Als Empfehlung denke ich dass 10-15 Minuten 2-3x pro Woche am Abend reichen sollten. Genießen Sie diese Geh – Meditation und seien Sie erstaunt über die positiven Effekte.

Schneeschuh-Spass im Chiemgau

Drehen Sie also den Spieß um, bewegen Sie sich obwohl Ihnen ihr Gehirn Ruhe empfiehlt und Sie werden erstaunt sein wie gut Sie sich schon während der Bewegung fühlen.

Nehmen Sie sich fest vor 3x in der nächsten Woche am Abend eine lockere Runde zu drehen und beobachten Sie ihr Stressverhalten.

Diesen Weg werden wir weitergehen und im nächsten BLOG-Beitrag ein System vorstellen, das Stress abbaut und Rückenschmerzen verschwinden lässt

BACK-Power

Bleiben Sie in Bewegung

Michael

Entschleunigung als Weg zum Erfolg

Wieder mal neigt sich ein Jahr dem Ende zu und das neue Jahr kommt mit all den Hoffnungen, all den Träumen. Viele von uns wollen mehr leben, mehr agieren – weniger reagieren, selbst den Lebensrhytmus bestimmen.

Wie schaffen wir das, noch mehr Arbeit,noch mehr Engagement?

Einfach mal nichts tun – ist das für Sie eine Wohltat oder eine Horrorvorstellung? Was passiert wenn uns plötzlich dieses Gefühl von früher packt – Langeweile.
Wenn Sie sich langweilen, sind Sie nicht automatisch auch faul, denn wenn wir unserem Gehirn Auszeiten gönnen, dann kurbeln wir die Kreativität an. Einfach mal aussteigen, Tagträume zulassen, das Leben zu genießen, die Natur zu spüren hilft uns oft vorher scheinbar unlösbare Herausforderungen von einer anderen Seite zu betrachten.

Think creative

Wenn das so einfach wäre, denn wenn wir nichts tun, dann kommt auch ganz schnell das schlechte Gewissen und schreit uns an:

„Du bist nicht produktiv“

Genau das Gegenteil ist der Fall. Nehmen wir einen Sportler und vergleichen das Gehirn mit einem Muskel. Welcher Sportler käme wohl auf die Idee jeden Tag 6-7 Tage die Woche am Limit der Leistungsfähigkeit zu trainieren und erwartet dann noch Leistungszuwachs.

Leistung entsteht immer aus der Balance von Belastung und Regeneration, sprich aus dem Aufbau und dem Abbau von Stresshormonen.

Wenn wir uns die Zeit nicht nehmen werden wir ständig weniger Leistung abrufen können und was tun wir dagegen?

Wir versuchen die weniger Leistung mit mehr Zeit und Engagement aufzufangen, ein fataler Kreislauf!

Entschleunigen ist schwer aber es muss sein. In den nächsten BLOG-Beiträgen werde ich Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Entschleunigung zeigen. Steigen Sie mit ein und berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen.

Versuchen Sie es doch einmal mit Musik

2012-07-02 07.06.36

Musik, dessen sind wir uns einig löst bei vielen Menschen Emotionen aus. Der Grund dürfe auch hier in der Evolution liegen
Singen ist für die Menschheit nicht etwa ein bloßer Zeitvertreib. Neuste Erkenntnisse deuten darauf hin dass Musik viel mehr ist, wahrscheinlich sogar ein Vorteil beim Kampf ums Überleben.
Vielmehr war Musik ihrer Ansicht nach für die frühen Menschen ein Vorteil beim Kampf ums Überleben. Dies fällt mir angesichts der Sangeskünste vieler Menschen schwer zu glauben, aber es scheint so das Gesang einer der evolutionären Faktoren ist, die uns zu dem gemacht haben was wir sind.
Wie wichtig Musik für die Menschheit ist, zeigt schon die Tatsache, dass es sie überhaupt gibt. „Was keinen Nutzen bringt, wird im Laufe der Evolution gnadenlos ausgemerzt“, sagte der Musikwissenschaftler Eckart Altenmüller zu der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“.
Doch warum singen und musizieren Menschen seit Millionen von Jahren? Konnten wir etwa singen, bevor wir sprechen konnten?
Dies scheint sehr wahrscheinlich, da die menschliche Stimme viel mehr kann als zum eigentlichen Sprechen notwendig ist. Wir sind in der Lage bis zu 3 Oktaven abzudecken, obwohl für das reine Sprechen eine halbe Oktave völlig ausreichend ist. Auch die Fähigkeit Töne zu halten, zu ziehen ist beim Sprechen nicht gefragt.
Kinder wissen bereits instinktiv welche Klänge harmonisch sind und welche nicht, da wir es Ihnen nicht vermittelt haben muss es angeboren sein. Man glaubt auch, dass die musikalischen Anteile der Sprache vor der Bedeutung gespeichert werden. So reagiert ein Kind auf laute Ansprache, bereits im Säuglingsalter, mit einem anderen Verhalten als bei der sanften Ansprache.
„Was die Mutter oder der Vater sagt, nehmen Babys zunächst als melodischen Lautstrom wahr“, erklärt Altenmüller. Dies spiegelt sich auch im Gehirn wider, denn dort werden Sprache und Musik von den gleichen Hirnregionen bearbeitet.
Welchen Vorteil die Musik den frühen Menschen – stärker wohl den Männern – brachte, kann man heute noch erahnen. Musiker zu sein, kann durchaus sehr sexy wirken, oder wie erklären Sie sich die Attraktivität von Keith Richard? Musiker sind besonders für Frauen extrem attraktiv und waren es wahrscheinlich schon in der Steinzeit.
In den Zeiten, in denen es ums nackte Überleben ging, zeigte der Gesang den Frauen: „Seht her! Ich bin so stark und gesund, dass mir selbst diese widrigen Bedingungen nichts ausmachen und ich noch Kraft genug habe, um sinnlose Dinge zu tun wie zu singen.“ Gleichzeitig, spekulieren Forscher, demonstrierten sie ihre Kreativität und damit auch ihre geistigen Fähigkeiten. Singende Männer hatten also alles, was sich eine Frau nur wünschen konnte – und waren daher begehrte Partner.
Für die Frauen hatte das Singen wahrscheinlich eine vollkommen andere Funktion, glauben viele Wissenschaftler: Es diente der Kommunikation mit ihren Kindern. „Wenn Mütter mit ihren Babys reden, ist die Stimme höher, erstreckt sich insgesamt über einen größeren Frequenzbereich. Das Tempo ist langsamer, und die Sprachmelodie wird übertrieben. All das macht man beim Singen auch“, sagt Altenmüller. Besonders wichtig war diese Kommunikation, wenn die Frauen ihren Nachwuchs beruhigen mussten, ohne ihn berühren zu können.
Singen ist Beruhigung ohne Berührung

Beach

Bemühen wir dazu die Wissenschaft. Die kanadische Psychologin Sandra Trehub wies dies im Versuch nach.
Wenn Babys etwas vorgesungen bekommen, sinkt ihr Stresshormonspiegel und dieser bleibt zudem deutlich länger auf niedrigem Niveau, als wenn die Mütter lediglich reden. Zunutze machen sich das Eltern auf der ganzen Welt, indem sie ihren Kindern Wiegenlieder vorsingen – die laut „Bild der Wissenschaft“ interessanterweise überall ähnlich klingen und demnach wahrscheinlich schon sehr früh in der Geschichte der Menschheit entstanden.
Noch wesentlicher für den evolutionären Erfolg von Musik könnte allerdings eine andere Eigenschaft gewesen sein: „Musik ist immer etwas Gemeinschaftliches, und gemeinschaftliche Aktivitäten stärken den Zusammenhalt einer Gruppe“, sagt Altenmüller. Singen beispielsweise sorge dafür, dass sich Menschen „emotional synchronisieren“ – eine unverzichtbare Voraussetzung für gemeinsames Handeln, das wiederum unabdingbar für das Überleben in schweren Zeiten war.
Musik stimuliert das Belohnungszentrum und löst dadurch Glücksgefühle aus, ähnlich wie Essen oder Sex. Das beruhigt, bringt die Emotionen ins Gleichgewicht und tut zusätzlich noch dem Körper gut. Das Fazit des Musikwissenschaftlers lautet daher: „Der Körper verschafft uns durch die Aktivierung des Belohnungssytems einen Anreiz, uns wichtige Dinge zu besorgen – Musik ist demnach wichtig.“
Auch das für Gefühle zuständige limbische System im Gehirn wird durch Musik angeregt. Musik kann deshalb Emotionen auslösen, kann beim Zuhörer Gänsehaut verursachen. Außerdem verbindet sich Musik manchmal mit persönlichen Ereignissen. Wird sie wieder gehört, dann kommen auch die Erinnerungen an erlebte Situationen wieder, genauso wie dabei empfundene Gefühle. So reicht ein Weihnachtslied oft aus, um jemanden in Weihnachtsstimmung zu versetzen. In diesem Zusammenhang funktioniert Musik wie eine Art Sprache, in der bestimmte Ereignisse kodiert sind.

Jeder hat dabei seine eigene Sprache, seine ganz besondere Bindung – warum einige Klassik, andere Schlager und wiederrum andere Heavy Metal hören wissen wir nicht, aber gibt es wirklich Menschen ohne Lieblingslieder?
Diese Fähigkeit des Gehirns wollen wir nutzen.

Musik ist wie wir gehört haben tief in unserem Gehirn mit Emotionen verbunden. Diese sind oft spontan abrufbar und lösen das einmal empfundene wieder aus. Ähnlich wie bei Spiegelneuronen können wir Emotionen erneut empfinden, die uns helfen positiv zu sein. Entscheidend ist dass wir dabei keine „kalte Erinnerung“ haben, sondern die Emotionen echt fühlbar sind.

Wenn wir eine wirklich starke Verbindung haben, werden nicht nur Körperreaktionen wie Gänsehaut, Lachen, Weinen wieder zu uns zurückkehren, selbst der Geruchssinn kann vom Gehirn reaktiviert werden und lässt uns die Situation realistisch wieder erleben.

Steigen wir ein

Welche Musikstücke begleiten mich oftmals schon mehrere Jahre und lösen positive Assoziationen in meinem Gehirn aus?

Lehnen Sie sich zurück, lassen Sie die Musik wirken und beschreiben Sie ihre Gefühlswelt.

Also seien Sie ruhig ein wenig faul, verträumt und weltfremd – ihr Gehirn wird es Ihnen danken!!!

Kommen Sie gut ins Jahr 2015 und seien Sie außergewöhnlich wie das Leben selbst

Michael

Spiegelneurone – Emotionen machen uns zum (Mit)Menschen

Business Technology

Gerade sitze ich in einem Hotel und warte gespannt auf das Pokalspiel,das bald live übertragen wird. Ich erinnere mich, dass es seltsam ist, dass ich mit wildfremden Menschen mitfiebere, dass seit 50 Jahren praktisch kein Samstag vergeht ohne das Ergebnis meines Lieblingsvereins zu kennen.

Wieso ist das so?

Der Grund dafür liegt in unserem Gehirn.

Unser Gegenüber gähnt und wir müssen automatisch auch gähnen, jemand lächelt uns in der Bahn an und wir lächeln ohne nachzudenken zurück, ein Mensch verletzt sich und wir spüren den Schmerz.
Unsere Fähigkeit mitzufühlen egal ob es sich um Schmerz, Trauer oder Freude handelt, verdanken wir den sogenannten Spiegelneuronen. Erst sie machen uns zu einem sozialen, mitfühlenden Wesen

Was sind Spiegelneuronen?

Als Spiegelneuronen bezeichnet man ein System im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen beim Empfänger nachvollziehbar macht. Das Einmalige daran ist, dass bereits Signale ausgesendet werden, wenn jemand eine Handlung nur beobachtet. Die Nervenzellen reagieren genauso, als ob man das Gesehene selbst ausgeführt hätte.
Nehmen wir ein Beispiel aus dem Sport. Als Schweinsteiger sich bei der WM 2014 mit einem unglaublichen Willen und unter Schmerzen für den Erfolg aufopferte, haben auch viele von uns mitgelitten. Mitgefühl, Freude, aber auch Schmerzen zu empfinden, ist erst durch Spiegelneuronen möglich.

Das Gefühl des anderen Menschen, wird umso stärker die Bindung ist, zu unserem eigenen Gefühl.

Spiegelneuronen gehören zur evolutionären Basis unseres Gehirns. Von Geburt an ist der Mensch mit Spiegelneuronen ausgerüstet, die dem Säugling die Fähigkeit geben, bereits wenige Tage nach der Geburt mit seiner Mutter oder seinem Vater erste Aktionen der Spiegelung vorzunehmen. Frühe Spiegelungen sind nicht nur möglich, sondern sie entsprechen dem emotionalen Grundbedürfnis des Neugeborenen.

Spiegelneuronen - 3d Render

Die Fähigkeit zu spiegeln entwickelt sich nicht von allein, sie braucht einen Partner. Beim Baby ist es die Mutter oder eine andere Bezugsperson, die die Möglichkeit der Spiegelaktionen aktiviert. Kinder müssen erst lernen, die Gefühle der anderen zu erfühlen. Forscher gehen davon aus, dass zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr die Spiegelneuronen voll entwickelt sind. Ab diesem Zeitpunkt hat das Kind eine eigene, unabhängige Sichtweise auf die Welt. Dass die Spiegelneuronen bei Kleinkindern aktiv sind, wird sichtbar, wenn ein Kind anfängt beispielsweise seine Mutter zu trösten. Es hat in dem Moment erkannt und gespiegelt, dass die Mutter traurig ist, als Reaktion tröstet das Kind die Mutter.

Eine nicht unwesentliche Rolle bei der Funktion der Spiegelneuronen spielen Vorerfahrungen. Wer erfahren musste, dass freundliche Menschen unerwartet unangenehme Seiten zeigen, dessen Spiegelneuronen werden anders auf freundliche Menschen reagieren als Personen, die keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Wird die Fähigkeit zu spiegeln unterdrückt oder nicht genutzt, geht sie verloren. „Use it or lose it“ (nutze sie oder verliere sie) heißt die Devise der Forscher, die auf alle Nervenzellsysteme zutrifft, die Spiegelneuronen nicht ausgenommen.
Spiegelneuronen können ein Leben lang angeregt werden und sind in der Lage neue Erfahrungen zu machen, die gespeichert werden und dann wieder abrufbar sind.
Das Funktionieren der Spiegelneuronen ist für unser alltägliches Zusammenleben unentbehrlich. Wir haben bestimmte Muster abgespeichert, die uns signalisieren, was bestimmte Handlungen bedeuten. Ohne intuitive Gewissheiten darüber, was eine gegebene Situation unmittelbar nach sich ziehen wird, wäre ein Miteinander von Menschen undenkbar. Es reichen wenige Zeichen, um aus den Bewegungen anderer Menschen die richtigen Schlüsse zu ziehen. In einem vollen Kaufhaus erkennen wir intuitiv, wohin die anderen Menschen sich bewegen werden und reagieren entsprechend darauf. Spiegelneurone führen wahrgenommene Situationen und Handlungen vorausschauend zu Ende. Sie lassen uns also erahnen, was unser Gegenüber als nächstes tun wird. So ist es möglich, dass wir durch ein volles Kaufhaus gehen ohne ständig mit anderen zusammen zu stoßen.

Welche Bedeutung haben Spiegelneurone in der Evolution?

Lange Zeit ging die Forschung, gestützt auf Darwin, davon aus, dass evolutionsgeschichtlich der Stärkste überlebt, nach dem Motto „survival of the fittest“. Nach der Entdeckung der Spiegelneuronen kann der Kampf ums Überleben nicht mehr als einziges Ziel der Evolution angesehen werden. Menschen sind auf beides angewiesen: das eigene Überleben durch permanente Anpassung zu sichern, zu erkennen, von wem und was Gefahr ausgeht, und gleichzeitig andere zu finden, die die eigenen Gefühle und Bedürfnisse „spiegeln“.
Die Fähigkeit, die Emotionen anderer zu spiegeln, unterscheidet uns auch von den Tieren. Dennoch geht die Wissenschaft davon aus, dass gerade bei Tieren, die in Schwärmen auftreten, zum Beispiel bei Zugvögeln oder Fischen, so etwas wie Spiegelvorgänge existieren müssen.

Emotionen sind also übertragbar.

Dies gilt sowohl positiv als auch negativ. Emotionale Schwankungen, Instabilität und Stress sind dabei starke Parameter, die bevorzugt aufgenommen werden.

Gerade berufliche Teams fordern uns da sehr, da wir die Zusammensetzung meist nicht aktiv beeinflussen können.

Dort wo ein Großteils des Lebens verbracht wird muss genau hingeschaut werden, wir schauen mit einem Netzwerk von speziell geschulten Trainern hin und nutzen dabei die Spiegelhormone um Stress zu minimieren und Glück zu multiplizieren.

Wir sind der Kapitän unseres Gehirns, wir navigieren und entscheiden die Richtung.

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Navigieren Sie raus aus dem Stress und hinein ins Glück

Michael