Soziale Kontakte und Stressabbau

Soziale Kontakte und Stressabbau

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Good Vibrations – Alte Freunde neu entdeckt!

Liebe Blogleserinnen und – Blogleser,

als Michael neulich mit der Bitte auf mich zukam, einen Artikel für diesen Blog zu schreiben, habe ich mich riesig darüber gefreut. Das Thema, dem ich mich widmen wollte stand gleich fest: Soziale Kontakte und Stressabbau.

Unser soziales Umfeld ist häufig ein Grund für Stress in unserem Leben. Wer kennt das nicht: Ein nörgelnder Vorgesetzter, ständig mies gelaunte Kollegen, überfürsorgliche Eltern, Verwandte oder Bekannte die „es ja nur gut meinen“.

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Ich könnte jetzt mühelos mit der Aufzählung fortfahren….

Doch genau dieses soziale Umfeld kann uns auch aus der Stressfalle heraus helfen, im besten Fall sogar vor der Stressfalle bewahren.

Ein stabiles soziales Umfeld bewahrt die Menschen häufig vor stressbedingten Krankheiten.

Der Mensch ist ein „Herdentier“, er braucht andere Menschen um sich austauschen zu können, um Hilfe in verschiedenen Situationen zu erhalten oder selbst helfen zu können und damit das Gefühl zu haben, wichtig zu sein und gebraucht zu werden.

In unseren Seminaren fordern wir die Teilnehmer dazu auf, in den nächsten Wochen nach dem Seminar alte Kontakte, die aus welchen Gründen auch immer seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt wurden, aufzufrischen. Oft sehen wir uns dann Argumenten gegenüber wie „Ich weiß ja gar nicht, ob die Nummer noch stimmt“ oder „Keine Ahnung wo der/die jetzt wohnt“. Dazu kann ich nur sagen: Im Zeitalter des Internet ist das meist überhaupt kein Problem!

Also raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer!

 

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Nun bin ich selber niemand, der gerne Tipps gibt, die ich nicht selbst ausprobiert habe. Und so kam es, dass ich in diesem Sommer selbst das Experiment wagte und mich auf die Suche nach einem längst verschollenen Jugendfreund machte. Dazu muss ich vorwegschicken, dass ich die letzten Jahre immer mal wieder den Versuch unternahm, Kontakt zu ihm aufzunehmen, leider mangels Nummer oder aktueller Adresse bisher erfolglos.

Die erneuet Suche erwies sich wiederum als schwierig, denn in sozialen Netzwerken hatte ich unter dem Namen keine Treffer, auch in der Google-Suche fand ich nichts, was passte.

Und genau an diesem Punkt half mir mein Gehirn plötzlich auf die Sprünge. Denn je fester ich den Entschluss fasste, diesen sozialen Kontakt aufzufrischen, desto mehr Ideen hatte ich, wie ich es anstellen konnte. Und so fiel mir eines Tages ein Detail ein, das ich bisher noch nicht in die Suche einbezogen hatte: ein zweiter Vorname! Und was soll ich sagen? TREFFER!

Google warf mir ein Ergebnis aus, mit einem Zeitungsartikel. Hier war sogar ein Foto und ich erkannte die Person sofort wieder, obwohl unser letzter Kontakt mindestens 20 Jahre her war.

Glücklicher Weise wurde in dem Artikel auf die Tätigkeit und den Arbeitgeber meiner Zielperson verwiesen und so nahm ich allen Mut zusammen und schrieb noch am gleichen Abend eine E-Mail. Ich bat darum, die Mail an die Person weiter zu leiten und diese, wenn sie denn wolle, mich zu kontaktieren.

Und genau in diesem Moment passierten schon unglaubliche Dinge: es stellte sich ein Gefühl von freudiger Aufregung und angenehmer Spannung ein, was denn nun als nächstes passieren werde. Längst verschüttete Erinnerungen kamen hervor und brachten gute Laune mit.

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An diesem Punkt, an dem noch nichts weiter passiert war bis auf das Herausfinden der Mailadresse, war bereits so viel gute Laune entstanden, die die nächsten Tage anhielt und nach Angabe meiner Kolleginnen „irgendwie ansteckte“.

Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, bereits an diesem Punkt kann sich das Abenteuer schon auszahlen. Plötzlich werden Glückshormone freigesetzt allein auf Grund von Erinnerungen an frühere schöne Erlebnisse. Nun ist das aber nicht das Thema meines heutigen Artikels, denn hier geht es um soziale Kontakte und wie wir mit deren Hilfe Stress abbauen können.

Dafür ist es jedoch wichtig zu wissen, wie sich Stress auf soziale Kontakte auswirkt. Viele von uns waren sicher schon einmal in der Situation, in der sich der Fokus der Aufmerksamkeit auf unangenehme Dinge richtete. Wenn diese Phase länger anhält, führt das meist dazu, dass man soziale Kontakte vernachlässigt. Erst geschieht es unbewusst, da man momentan einfach zu viele andere Dinge um die Ohren hat. Nach einer gewissen Zeit bemerkt man dann, dass man den Kontakt zu der ein oder anderen Person scheinbar verloren hat. Oft verhindert dann der Trotz, dass man sich bei diesen Menschen meldet. Wer kennt nicht den Gedanken: „Wieso soll ich mich eigentlich melden, der/die X könnte sich genauso gut auch bei mir melden“. Und ehe man sich versieht, ist ein Jahr um und man muss eine enorme Hemmschwelle überwinden, bevor man sich meldet.

Dabei sind soziale Kontakte in der Evolution überlebenswichtig. Die Sippe bot Schutz vor Feinden, half sich gegenseitig zu ernähren und zu erziehen. Vernachlässigt man diese Kontakte also, beraubt man sich dieser Vorteile. Es tut gut, wenn man bei Problemen mit jemanden darüber reden kann. Oder Hilfestellung geben kann und somit das Gefühl erhält, gebraucht zu werden. Wir können beobachten – vielleicht kennen Sie sogar jemanden – dass Personen, die ihr Leben lang gerne gearbeitet haben, ob sie nun Führungsverantwortung hatten oder nicht, oft in ein mentales „Loch“ fallen, wenn sie in Ruhestand gehen. Es fehlt ihnen womöglich nicht nur der soziale Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sondern auch das Gefühl, etwas Wichtiges zum Erfolg des Unternehmens beisteuern zu können.

Ich möchte Sie ermutigen, das Experiment zu wagen: Kontaktieren Sie in den nächsten Wochen jemanden, den Sie aus den Augen verloren haben und zu dem/ zu der Sie gerne wieder Kontakt hätten. Natürlich kann ich Ihnen keine Garantie geben, dass es ein Happy End gibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ihr Gegenüber über Ihren Anruf oder Ihre Mail freut, ist aber sehr hoch.

In meinem Fall ergab sich tatsächlich ein Kontakt. Und ehe ich mich versah, schrieben wir uns gegenseitig E-Mails und tauschten uns aus, als lägen keine 20 Jahre dazwischen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Wiederbeleben Ihrer Kontakte und genau so viel gute Laune – Potenzial, wie es bei mir der Fall war!

In diesem Sinne: „Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag.“ (Konfuzius)

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Miriam