Du bist der Anfang

Hallo,

immer wenn ich in Diskussion mit Seminarteilnehmern über Wertschätzung bin, höre ich regelmäßig, dass viele sich beklagen von den Führungskräften nicht genug gewertschätzt, gelobt zu werden.

Es sollte doch der Normalfall sein,dass Menschen sich gegenseitig achten und sich mit Respekt begegnen.

In der Wissensschaft nennt man diesen Vorgang reziproker Altruismus.

Altruismus wird in der Regel als Verhaltensweise eines Individuums zugunsten eines anderen Individuums definiert, wobei die Verhaltensweise dem altruistischen Individuum unmittelbar mehr Kosten als Nutzen einbringt.

Wir geben also nicht selbstlos, sondern wenn wir etwas geben, wollen wir auch etwas erhalten. Sehen wir dies in diesem Licht dann ist doch Wertschätzung in Richtung der Arbeitnehmer logisch, denn ich erhalte dafür Motivation, Loyalität und Engagement.

Nehmen heißt auch geben!

Wenn ich umgekehrt die Führungskräfte frage, was Sie wirklich vermissen, antworten viele – die Anerkennung meiner Arbeit. Stimmt das?
Ich glaube schon, denn wenn es gut läuft macht der Boss seinen Job und wenn es schlecht läuft ist er für den Job nicht geeignet.

Schauen wir uns das auf einer anderen Ebene an. Die Evolution kennt kein Organigramm, unsere Entwicklungsgeschichte kennt nur Menschen mit dem unbedingten Reflex zu überleben. Um dies zu schaffen muss ich Verbindungen zu anderen Menschen eingehen. Diese Verbindungen garantieren mir den Rückhalt der Gruppe und die Sicherheit auch an schwachen Tagen geschützt zu sein.

Wenn ich also gelobt werden will, sprich wenn ich Anerkennung haben möchte, muss ich bereit sein, auch Anerkennung zu geben.

Achtsamkeit ist keine Einbahnstraße!!

Teamwork bunte Würfel

Für die Atmosphäre der oft jahrzehntelang bestehenden Bürosippe sind wir alle verantwortlich.

Was sind aber eigentlich die Voraussetzungen, die Basiselemente einer funktionierenden Gemeinschaft?

Ich arbeite dabei gerne in einem 2-Stufenmodell.

Die Voraussetzung langfristig mit anderen Menschen möglichst stressfrei zusammenzuarbeiten ist, das haben wir gesehen, gegenseitige Wertschätzung. Diese kann allerdings nur gelingen, wenn ich im ersten Schritt mich selbst wertschätze, mich selbst in den Mittelpunkt stelle.

Ist das nicht egoistisch?

Wir haben den Begriff des evolutionären Egoismus geprägt.
Weniger kompliziert!!!
Wenn es mit Dir selbst klappt, klappt es auch mit dem Nachbarn!

Was bedeutet das?

Nein wir sollen keine Egomanen sein, dominante nur auf sich selbst fixierte Despoten. Aber wir sollen auf uns aufpassen

Take control of your mind, your body and your soul.
Kontrolliere deine Gedanken, achte auf deinen Körper und pflege deine Seele.

Durch tägliche Selbstbeeinflussung können wir unser Leben in die gewünschte Richtung lenken und positive Entwicklungen in verschiedenen Bereichen erzielen. Die Art und Weise, wie wir uns selbst begegnen, sollte uns Stress nehmen und nicht den bestehenden Druck noch vergrößern.

Nahezu 100 % des Tages kommunizieren wir – die meiste Zeit jedoch mit uns selbst. Alles will besprochen sein: Was liegt jetzt an? Fahre ich rechts oder links? Esse ich dieses oder jenes?
Schon Kinder sprechen den ganzen Tag zu sich selbst, sortieren Gedanken und reflektieren die Umwelt. Nach und nach hören sie auf, ihre Gedanken laut zu artikulieren, ohne jedoch das eigentliche Gespräch mit sich selbst aufzugeben.

Die positive Selbstansprache ist enorm wichtig, da wir uns dadurch selbst stärken. Von anderen Menschen verlangen wir Lob und wir freuen uns über ihre Anerkennung, doch wir müssen zunächst bei uns selbst beginnen.

Natürlich sollten wir Situationen immer möglichst realistisch einschätzen. Es wäre also anzuraten, „think positive“ durch „think realistic“ zu ersetzen. Aber die Realität birgt immer Chancen und Risiken – und wir entscheiden, welche Seite wir stärker betonen.

Wie so oft beginnt der Kreislauf bei uns, wir können die Welt aktiv beeinflussen. Wenn wir es aber nicht schaffen an uns zu arbeiten uns zu lieben, dann wird es schwer werden dies von anderen einzufordern und auch das Geben wir zunehmend schwer werden.

Nur wer somit diesen ersten Schritt konsequent geht, kann im zweiten Schritt auf andere andere Menschen langfristig positiv wirken.

Gorilla showing family love to a bird, on white background

Und wieder sind wir ein Stück weg von der Logik, wir glauben rational zu handeln, sind aber nach wie vor Affen im Anzug!

Be yourself – sei eins mit Dir!

Viele Menschen möchten beispielsweise gerne mit dem Rauchen aufhören, leider schaffen das längst nicht alle. Aber die, die es wollen und nicht schaffen, „vergiften“ ihr Gehirn – und zwar nicht mit Nikotin, sondern weil sie sich in einen inneren Konflikt bringen, der ihre Persönlichkeit auf subtile Weise spaltet. Sie haben sich fest entschlossen, dieses Laster aus ihrem Leben zu verbannen. Aber ein anderer Teil in ihnen ist dagegen und will sie überzeugen, weiter zu rauchen.

Lassen Sie uns kurz zuhören, wie ein solcher innerer Dialog verlaufen könnte:
„Ich werde aufhören zu rauchen – Mensch, das schaff ich ja doch nicht! Ich will auf keinen Fall mehr eine Zigarette anrühren – aber nach dem Essen mit Freunden? Ich habe auch Angst zu erkranken – aber wieso denn? Unser Nachbar ist doch auch schon 80 und raucht noch.“

Ein Statement, das bezüglich des Rauchens immer wieder zu hören ist, möchte ich noch genauer betrachten: „Rauchen hilft mir, wenn ich Stress habe.“

Hilft Rauchen wirklich bei Stress?

Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Wenn dem so wäre, würde Rauchen auch Nichtrauchern gegen Stress helfen. Tatsache ist aber, dass Rauchen nur Raucher entspannt. Und das ist auch ganz logisch: Es ist für Abhängige immer wohltuend, wenn sie nach einer längeren Entzugsphase ihren Suchtstoff zu sich nehmen, denn sonst fehlt ihnen ja auch etwas. Dies verhält sich natürlich bei Alkohol und anderen Suchtmitteln entsprechend.

Die Entspannungswirkung von Drogen erscheint Abhängigen umso stärker, wenn äußere Stressfaktoren hinzukommen, denn dann empfinden sie den Entzugsstress und den äußeren Stress kumuliert, also in der Summe deutlich stärker als Nichtraucher. Der Konsum der Droge reduziert die Gesamtmenge an Stress jedoch nur scheinbar, da lediglich der Suchtdruck reduziert wird. Der übrige Stress bleibt außen vor und wird dadurch nicht gemindert. Mittel- und langfristig gesehen, wird der Stress durch das Rauchen sogar noch erhöht, da in Phasen ohne Zigaretten der Suchtdruck steigt und die Rezeptoren mit erhöhtem Stress Alarm schlagen.
Stressreduktion bedeutet also: Weg vom Nikotin, weg vom Alkohol, raus aus der Sucht!

Temptation

Konsequente Entscheidungen treffen

Wenn Sie sich in einer Konfliktkommunikation mit sich selbst befinden, ist es wichtig, hier wieder eine Einheit herzustellen. Dies gilt natürlich für alle Entscheidungen, nicht nur für den Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören. Ständige Gespaltenheit führt nach Aussage von Spezialisten dazu, dass diese mittelfristig nicht nur auf ein spezielles Thema begrenzt bleibt, sondern auch auf das komplette Entscheidungsverhalten Auswirkungen hat.
Es gibt sogar seriöse Forschungen, die ergaben, dass diese selbst erzeugte Form der inneren Gespaltenheit die Immunabwehr entscheidend schwächt und die Chance einer Erkrankung erhöht.

Wenn Sie also vor einer Entscheidung stehen, geben Sie sich Zeit, wägen Sie das Pro und Contra ab, aber entscheiden Sie dann konsequent und sorgen Sie damit für Psychohygiene.

Diskutieren Sie mit uns, ich freue mich auf ihre Kommentare

Michael