Entschleunigung als Weg zum Erfolg

Wieder mal neigt sich ein Jahr dem Ende zu und das neue Jahr kommt mit all den Hoffnungen, all den Träumen. Viele von uns wollen mehr leben, mehr agieren – weniger reagieren, selbst den Lebensrhytmus bestimmen.

Wie schaffen wir das, noch mehr Arbeit,noch mehr Engagement?

Einfach mal nichts tun – ist das für Sie eine Wohltat oder eine Horrorvorstellung? Was passiert wenn uns plötzlich dieses Gefühl von früher packt – Langeweile.
Wenn Sie sich langweilen, sind Sie nicht automatisch auch faul, denn wenn wir unserem Gehirn Auszeiten gönnen, dann kurbeln wir die Kreativität an. Einfach mal aussteigen, Tagträume zulassen, das Leben zu genießen, die Natur zu spüren hilft uns oft vorher scheinbar unlösbare Herausforderungen von einer anderen Seite zu betrachten.

Think creative

Wenn das so einfach wäre, denn wenn wir nichts tun, dann kommt auch ganz schnell das schlechte Gewissen und schreit uns an:

„Du bist nicht produktiv“

Genau das Gegenteil ist der Fall. Nehmen wir einen Sportler und vergleichen das Gehirn mit einem Muskel. Welcher Sportler käme wohl auf die Idee jeden Tag 6-7 Tage die Woche am Limit der Leistungsfähigkeit zu trainieren und erwartet dann noch Leistungszuwachs.

Leistung entsteht immer aus der Balance von Belastung und Regeneration, sprich aus dem Aufbau und dem Abbau von Stresshormonen.

Wenn wir uns die Zeit nicht nehmen werden wir ständig weniger Leistung abrufen können und was tun wir dagegen?

Wir versuchen die weniger Leistung mit mehr Zeit und Engagement aufzufangen, ein fataler Kreislauf!

Entschleunigen ist schwer aber es muss sein. In den nächsten BLOG-Beiträgen werde ich Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Entschleunigung zeigen. Steigen Sie mit ein und berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen.

Versuchen Sie es doch einmal mit Musik

2012-07-02 07.06.36

Musik, dessen sind wir uns einig löst bei vielen Menschen Emotionen aus. Der Grund dürfe auch hier in der Evolution liegen
Singen ist für die Menschheit nicht etwa ein bloßer Zeitvertreib. Neuste Erkenntnisse deuten darauf hin dass Musik viel mehr ist, wahrscheinlich sogar ein Vorteil beim Kampf ums Überleben.
Vielmehr war Musik ihrer Ansicht nach für die frühen Menschen ein Vorteil beim Kampf ums Überleben. Dies fällt mir angesichts der Sangeskünste vieler Menschen schwer zu glauben, aber es scheint so das Gesang einer der evolutionären Faktoren ist, die uns zu dem gemacht haben was wir sind.
Wie wichtig Musik für die Menschheit ist, zeigt schon die Tatsache, dass es sie überhaupt gibt. „Was keinen Nutzen bringt, wird im Laufe der Evolution gnadenlos ausgemerzt“, sagte der Musikwissenschaftler Eckart Altenmüller zu der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“.
Doch warum singen und musizieren Menschen seit Millionen von Jahren? Konnten wir etwa singen, bevor wir sprechen konnten?
Dies scheint sehr wahrscheinlich, da die menschliche Stimme viel mehr kann als zum eigentlichen Sprechen notwendig ist. Wir sind in der Lage bis zu 3 Oktaven abzudecken, obwohl für das reine Sprechen eine halbe Oktave völlig ausreichend ist. Auch die Fähigkeit Töne zu halten, zu ziehen ist beim Sprechen nicht gefragt.
Kinder wissen bereits instinktiv welche Klänge harmonisch sind und welche nicht, da wir es Ihnen nicht vermittelt haben muss es angeboren sein. Man glaubt auch, dass die musikalischen Anteile der Sprache vor der Bedeutung gespeichert werden. So reagiert ein Kind auf laute Ansprache, bereits im Säuglingsalter, mit einem anderen Verhalten als bei der sanften Ansprache.
„Was die Mutter oder der Vater sagt, nehmen Babys zunächst als melodischen Lautstrom wahr“, erklärt Altenmüller. Dies spiegelt sich auch im Gehirn wider, denn dort werden Sprache und Musik von den gleichen Hirnregionen bearbeitet.
Welchen Vorteil die Musik den frühen Menschen – stärker wohl den Männern – brachte, kann man heute noch erahnen. Musiker zu sein, kann durchaus sehr sexy wirken, oder wie erklären Sie sich die Attraktivität von Keith Richard? Musiker sind besonders für Frauen extrem attraktiv und waren es wahrscheinlich schon in der Steinzeit.
In den Zeiten, in denen es ums nackte Überleben ging, zeigte der Gesang den Frauen: „Seht her! Ich bin so stark und gesund, dass mir selbst diese widrigen Bedingungen nichts ausmachen und ich noch Kraft genug habe, um sinnlose Dinge zu tun wie zu singen.“ Gleichzeitig, spekulieren Forscher, demonstrierten sie ihre Kreativität und damit auch ihre geistigen Fähigkeiten. Singende Männer hatten also alles, was sich eine Frau nur wünschen konnte – und waren daher begehrte Partner.
Für die Frauen hatte das Singen wahrscheinlich eine vollkommen andere Funktion, glauben viele Wissenschaftler: Es diente der Kommunikation mit ihren Kindern. „Wenn Mütter mit ihren Babys reden, ist die Stimme höher, erstreckt sich insgesamt über einen größeren Frequenzbereich. Das Tempo ist langsamer, und die Sprachmelodie wird übertrieben. All das macht man beim Singen auch“, sagt Altenmüller. Besonders wichtig war diese Kommunikation, wenn die Frauen ihren Nachwuchs beruhigen mussten, ohne ihn berühren zu können.
Singen ist Beruhigung ohne Berührung

Beach

Bemühen wir dazu die Wissenschaft. Die kanadische Psychologin Sandra Trehub wies dies im Versuch nach.
Wenn Babys etwas vorgesungen bekommen, sinkt ihr Stresshormonspiegel und dieser bleibt zudem deutlich länger auf niedrigem Niveau, als wenn die Mütter lediglich reden. Zunutze machen sich das Eltern auf der ganzen Welt, indem sie ihren Kindern Wiegenlieder vorsingen – die laut „Bild der Wissenschaft“ interessanterweise überall ähnlich klingen und demnach wahrscheinlich schon sehr früh in der Geschichte der Menschheit entstanden.
Noch wesentlicher für den evolutionären Erfolg von Musik könnte allerdings eine andere Eigenschaft gewesen sein: „Musik ist immer etwas Gemeinschaftliches, und gemeinschaftliche Aktivitäten stärken den Zusammenhalt einer Gruppe“, sagt Altenmüller. Singen beispielsweise sorge dafür, dass sich Menschen „emotional synchronisieren“ – eine unverzichtbare Voraussetzung für gemeinsames Handeln, das wiederum unabdingbar für das Überleben in schweren Zeiten war.
Musik stimuliert das Belohnungszentrum und löst dadurch Glücksgefühle aus, ähnlich wie Essen oder Sex. Das beruhigt, bringt die Emotionen ins Gleichgewicht und tut zusätzlich noch dem Körper gut. Das Fazit des Musikwissenschaftlers lautet daher: „Der Körper verschafft uns durch die Aktivierung des Belohnungssytems einen Anreiz, uns wichtige Dinge zu besorgen – Musik ist demnach wichtig.“
Auch das für Gefühle zuständige limbische System im Gehirn wird durch Musik angeregt. Musik kann deshalb Emotionen auslösen, kann beim Zuhörer Gänsehaut verursachen. Außerdem verbindet sich Musik manchmal mit persönlichen Ereignissen. Wird sie wieder gehört, dann kommen auch die Erinnerungen an erlebte Situationen wieder, genauso wie dabei empfundene Gefühle. So reicht ein Weihnachtslied oft aus, um jemanden in Weihnachtsstimmung zu versetzen. In diesem Zusammenhang funktioniert Musik wie eine Art Sprache, in der bestimmte Ereignisse kodiert sind.

Jeder hat dabei seine eigene Sprache, seine ganz besondere Bindung – warum einige Klassik, andere Schlager und wiederrum andere Heavy Metal hören wissen wir nicht, aber gibt es wirklich Menschen ohne Lieblingslieder?
Diese Fähigkeit des Gehirns wollen wir nutzen.

Musik ist wie wir gehört haben tief in unserem Gehirn mit Emotionen verbunden. Diese sind oft spontan abrufbar und lösen das einmal empfundene wieder aus. Ähnlich wie bei Spiegelneuronen können wir Emotionen erneut empfinden, die uns helfen positiv zu sein. Entscheidend ist dass wir dabei keine „kalte Erinnerung“ haben, sondern die Emotionen echt fühlbar sind.

Wenn wir eine wirklich starke Verbindung haben, werden nicht nur Körperreaktionen wie Gänsehaut, Lachen, Weinen wieder zu uns zurückkehren, selbst der Geruchssinn kann vom Gehirn reaktiviert werden und lässt uns die Situation realistisch wieder erleben.

Steigen wir ein

Welche Musikstücke begleiten mich oftmals schon mehrere Jahre und lösen positive Assoziationen in meinem Gehirn aus?

Lehnen Sie sich zurück, lassen Sie die Musik wirken und beschreiben Sie ihre Gefühlswelt.

Also seien Sie ruhig ein wenig faul, verträumt und weltfremd – ihr Gehirn wird es Ihnen danken!!!

Kommen Sie gut ins Jahr 2015 und seien Sie außergewöhnlich wie das Leben selbst

Michael